Gedanken zu Kapitel 50: Was wir sind

Ich sitze derzeit an Kapitel 50.
Ja, fünfzig!
Die Geschichte kam als kleine Adventskalender-Challenge zur Welt und sollte ursprünglich »nur« 24 Kapitel haben. Aber ich schrieb immer weiter.
Was wir sind ist meine »Nebenher«-Story. Die Geschichte, die ich ohne Zwang, ohne große Erwartungen, als Ausgleich zu meinen »großen« Projekten schreibe.
Viele Leser, die mir noch immer Rückmeldungen zu den Kapiteln geben, sind schon von Anfang an dabei – das heißt, seit 2013!
Aber es gibt auch so viele, die später eingestiegen sind – teilweise 20, 40 Kapitel in wenigen Tagen (und Nächten) gelesen haben.
Dazu habe ich so liebe, so überwältigende Kommentare und Nachrichten bekommen.
Ich danke euch!
Es ist ein unglaubliches Gefühl, wenn ihr mir schreibt, dass euch meine Geschichte nicht nur auf dem Bildschirm, sondern auch im Alltag begleitet.
Dass ihr mit den Charakteren lacht – und sogar weint!
Ich wertschätze jeden Leser – auch die stillen – und freue mich auf die nächsten Kapitel mit euch!
Nein, es werden keine weiteren fünfzig (wer aufgepasst hat, weiß, wie viele noch geplant sind), aber ich danke euch für eure Treue und euer Interesse!
Und wie könnte ich meinen Dank besser ausdrücken als mit einem Teaser zu eben diesem Kapitel 50? ; )
~Jaelaki

Kaiba saß in seinem Büro. Anders als sonst in der KC gab es hier niemanden, der hinterm Rücken tuschelte. Es waren nur er und ich.
Als ich eintrat, betrachtete er mich argwöhnisch.
»Seit wann klopfst du?«, fragte er statt einer Begrüßung und der Moment war gebrochen.
Ich zuckte die Achseln, schlenderte durch sein Büro, um mich vor ihn an den Schreibtisch zu lehnen.
»Beweg deinen Arsch«, erwiderte ich mit einem Grinsen, »wir erobern die Stadt!«

Er zog die Augenbrauen hoch, betrachtete meine Faust, die ich in die Luft streckte, lehnte sich zurück, als ob er abwöge, mich sofort oder erst später einweisen zu lassen.

»Wheeler, dafür müsste ich nicht einmal diesen Raum verlassen«, entgegnete er trocken und tippte etwas auf seinem Laptop.

»Genau das ist dein Problem«, murrte ich und verdrehte die Augen.

Nicht, dass es sein einziges Problem gewesen wäre.

»Ich hab Hunger«, maulte ich nach einigen Augenblicken, in denen nur das Klicken der Tastatur den Raum erfüllte – und seine Gegenwart. Wenn Kaiba irgendwo war, dann füllte sich der Raum.

»Und das ist dein Problem«, erwiderte er ohne ein Zögern.

Ich spielte mit einem Kugelschreiber, auf dem auf weißem Grund ein blaues KC

»Und du hast eh deine Termine abgesagt«, bemerkte ich und sah, wie er erstarrte.

»Woher –«

»Los jetzt oder wovor hast du Angst?«

(Auszug aus Kapitel 50)

© Jaelaki

Prompt der Woche (13.06.-19.06.16)

Prompt dieser Woche:


»Dein Zuhause ist eine Müllhalde. Du hättest zumindest das Bad sauber machen können.«

»Hätte ich gewusst, dass ich um drei Uhr morgens Gäste haben würde, hätte ich das bestimmt gemacht.«


(Übersetzt von hier)

Bis zum 19. Juni gilt es jetzt eine Geschichte daraus zu basteln. Wo, wer, was liegt allein in euren Tastaturen/Stiften!

Verlinkt eure Geschichten in den Kommentaren und ich lese gerne eure Geschichten zu dem Prompt!  : )

 

~Jaelaki

Wieder 24 Stunden mit | Cold Turkey Tag 2

Tag 2. Versaut. Eigentlich müsste ich es Cold Turkey Tag 0 nennen. Tag der elenden Schwäche. Stunden der Niederlage. Tag der – ich hebe meine Hand und das Teufelchen auf meiner linken Schulter verstummt mit einem Augenrollen.

Cold Turkey nicht eingeschaltet. Jeder Klick auf Twitter und Facebook beschert mir eine diebische Freude, einfach, weil ich es kann.

Das Engelchen auf meiner rechten Schulter klopft mir ermutigend auf den Rücken, was ziemlich amüsant aussieht.

Das Teufelchen lehnt sich zurück und zählt genüsslich auf: kaum geschrieben, viel darüber nachgedacht zu schreiben, um dann hauptsächlich Serien zu schauen, zu chatten und noch mehr Pläne zu schmieden, zu schreiben.

Das Engelchen nickt und erwidert: »Manchmal muss auch das sein. Ein Durchhänger ist keine Katastrophe.«

Mein Teufelchen widerspricht, schnipst und hält eine Liste hoch mit all meinen Projekten und Zielen und Wünschen. Sein Sarkasmus tropft zwischen jeden einzelnen Punkt.

»Weniger Planung tut manchmal gut. Manchmal muss man es einfach tun«, knallt er mir an den Kopf.

Mein Engel auf der rechten Schulter seufzt und behauptet: »Ein bisschen mehr Selbstdisziplin und du könntest deine Ziele in absehbarer Zeit erreichen!«

Ich fühle mich gleichzeitig geschmeichelt und beschimpft. Das hat mein Engelchen eben drauf.

»Offensichtlich verhält sich deine Selbstdisziplin antiproportional zu deinem Alter«, fährt mein Teufelchen auf der linken Schulter fort und grinst bei meiner Grimasse. Er mag diese subtilen Beleidigungen.

Ich zucke die Achseln. Es hilft ja doch nichts.

Beide nicken zufrieden, als ich Cold Turkey für den nächsten Tag wieder einschalte.

Ich weiß nicht, ob mich ihr Übereinkommen beruhigt.

 

~Jaelaki

Fast 24 Stunden ohne | Cold Turkey Tag 1

Kennt ihr das?

Ihr wollt schreiben, ihr könnt schreiben, aber davor müsstet ihr noch schnell

  • eure Emails checken
  • auf Facebook vorbeischauen
  • auf Twitter diesen superlustigen Spruch loswerden
  • ein bisschen auf YouTube surfen (natürlich wolltet ihr nur Musik einschalten, das war der ursprüngliche Plan; nach einer halben Stunde Buzzfeed und einer weiteren Viertelstunde Katzenvideos, rollt ihr mit den Augen.)

Es ist superleicht, sich abzulenken und aus fünf Minuten Recherche wird eine 45-minütige Dokumentation über Architektur des Mittelalters.

Ich kenne das.

Also suche ich nach einer Möglichkeit, die Websites abzuschalten, die mich besonders dazu verführen, auf Abwegen zu surfen. Natürlich nur temporär.

Ich stoße auf Cold Turkey. Weiterlesen